Rezensionswahn oder Selbstdarstellungssucht?

 

Seitdem  ich mein Buch bei Amazon eingestellt habe, sind mir viele Dinge, Menschen und Meinungen begegnet. Darunter waren schöne, und weniger schöne. Wobei das mit dazu gehört. Und obwohl ich für Kritik, sei sie nun positiver – oder negativer Natur dankbar wäre und auch bin, so betrachte ich das ganze mittlerweile mit gemischten Gefühlen. All zu oft habe ich es erlebt, dass vieles nur aus einer Art Cliquenwirtschaft besteht. Kennst du mich, kenn‘  ich dich, mag ich dich dann helf‘  ich dir, mag ich dich nicht, na dann stelle ich dir so viele Steine in den Weg, das du darüber stolperst, und dir den Hals brichst. Tja alles schon erlebt, und ich spreche aus Erfahrung. Denn ich habe mittlerweile, auch dank vieler Gespräche mit Freunden diesbezüglich meine rosarote Brille abgelegt.

Ich für meinen Teil halte mich mit Rezensionen derbe zurück, und ich kann es jedem anderen nur empfehlen, der nicht tausend Freunde, oder wohlwollende Mitmenschen in der Hinterhand hat. Im Besonderen meine ich auch die Menschen, die ebenfalls etwas geschrieben haben, und eben noch nicht etabliert sind. Denn leider kann der Schuss auch nach hinten los gehen.

Hier mal ein kleines Beispiel:

Obwohl ich jemandem ein paar Tipps gegeben habe, bekam ich eine bitterböse Beurteilung meines Buches in mein Postfach. Super! Wenn dieser Mensch dann wenigstens konstruktive Kritik vorgebracht hätte, okay, das würde ich gelten lassen. Wobei das auch immer ein zweischneidiges Schwert ist. Zumal sich herausstellte, das nur ein paar Sätze gelesen wurden. Es kann wirklich nicht angehen, dass Menschen aus Sympathie oder Antipathie heraus ein Buch rezensieren. Dann kann man ehrlich gesagt auch ganz darauf verzichten. Ich frage mich mittlerweile auch, was dieser ganze Unsinn soll. Und ich freue mich inzwischen  mehr über Gespräche, die über mein Buch, meine Geschichten oder meine Gedichte, die ich manchmal zum besten gebe, entstehen als über das ganze Internet Blabla, denn mehr ist es nicht. Nicht allzu selten habe ich es erlebt, und leider auch gelesen, dass die Leute sich gegenseitig Gefälligkeits-Rezis schreiben. Wie gesagt, wohl dem , dem die Menschen wohlgesonnen sind. Und wohl dem, der viele Freunde hat, die dann dazu noch ebooks lesen! Dies soll kein Vorwurf an die Menschen sein, (ich meine nicht die Leute, die versuchen durch gute Texte weiterzukommen) die sich meinen mit ihren vielen tollen Beurteilungen brüsten zu können, denn erstens wirkt es einfach unheimlich arrogant, und zweitens ist es nicht ehrlich und fair. Wie oft habe ich schon Bücher gelesen, die für so schlecht befunden wurden, und sie waren einfach eine Perle, ein Genuss zu lesen. Ich schreibe dies hier, weil ich einfach zum Nachdenken und zur Diskussion anregen möchte, nicht immer nur nach Sternchen und nach super tollen und super vielen Bewertungen zu schauen, sondern sich vielleicht auch mal den Inhalt der Bücher zu Gemüte zu führen, die nicht Nr. 1 sind.

Wenn ich ein Buch lese, so gefällt es mir entweder, oder ich sage, okay ich gebe ihm eine gewisse Chance wenn mir das Thema zusagt. Gefällt es mir nicht, so lege ich das Buch  beiseite. Allerdings bin ich nicht der Typ, der dann eine derartige Bewertung schreiben würde, die so dermaßen unter die Gürtellinie geht, das einem kurz die Spucke weg bleibt. So gebe ich mittlerweile nicht mehr viel auf diese geschriebenen Meinungen. Wertvoller sind da schon echte Gespräche, mit Menschen, die sich auch mal die Mühe machen einen kennenzulernen. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Form diese Gespräche stattfinden. Wichtig ist einzig und allein der Dialog.

Aber ich bin generell vorsichtig geworden, denn auch, wenn man eine positive Bewertung schreibt, kann man schon einmal damit rechnen, böse Worte zu erhalten, nämlich dann, wenn der Person die Wortwahl nicht gefällt. Also ist das schon so eine Sache mit den Rezensionen. Vorallem dann, wenn man selbst etwas veröffentlicht hat. Das wichtigste noch zum Schluss, wer eine Rezension schreibt, auch wenn er selbst etwas veröffentlicht hat, tut gut daran nicht zu viel von der anderen Seite zu erwarten. Denn eine Rezension sollte doch eigentlich eine Meinung eine Beurteilung einer Sache oder eines Buches gegenüber sein und keine Gefälligkeitsübung.  Und ich kann erst über ein Buch urteilen oder auch über eine Sache, wenn ich sie ausprobiert habe, oder, wenn ich das Buch auch wirklich gelesen habe.

Ich bin sehr erschrocken, und auch ein wenig verärgert über die Auswüchse, die dieses ganze bewerten und rezensieren mit sich bringt.

Wenn es in Druck, Mißgunst oder sogar in gnadenlosen Wettbewerb ausufert, macht es einfach keinen Spaß. Und wenn man den Spaß an der Sache verliert, kann man genausogut damit aufhören. Allerdings ist das nicht meine Absicht, dafür schreibe und lese ich zu gerne!

 

 

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