Gesunde Distanz ist gut, weil sie gesund hält

Ich sitze oft hier, und staune über die Dinge, die um mich  herum geschehen. Manches gefällt mir, und manchem stehe ich kritisch gegenüber. Aber ehrlich gesagt, auch, wenn ich mich manchmal vielleicht ausgebootet fühle, so tut es wirklich gut.

Wie sagte gestern eine sehr gute Bekannte, eine, die ich wirklich sehr schätze, für ihre Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und ihre Offenheit. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom und eins möchte ich von mir später nicht sagen müssen, nämlich, dass ich unkritisch war, dass ich alles mit mir machen lassen habe, dass ich nur von der Erfahrung anderer Menschen gelebt habe, und mein Leben darauf aufgebaut ist, zu anderen unentwegt hoch zu schauen.

Ich habe mich entschieden, eine gesunde Distanz zu wahren. Nicht immer nur Oh! und Ah! und ach wie toll! zu sagen. Sondern mir selbst Gedanken zu machen, selbst Dinge auszuprobieren und auch selbst zu entscheiden was gut ist und was vielleicht besser sein könnte.

Warum schreibe ich das alles? In letzter Zeit begegnen mir immer wieder vermehrt solche Gruppen und solche Menschen, die es offensichtlich genießen, dass man zu ihnen aufschaut, dass sie die Wortführer sind. Und dann gibt es die Bewunderer, die ewig Ahnungslosen. Ich finde diese Entwicklung langsam wirklich erschreckend. Damit wird den Menschen das Denken abgenommen, so empfinde ich es jedenfalls. Vielleicht fühlt sich der ein oder andere sicherlich wohl damit, aber ich sehe die Gefahr, dass Menschen damit groß werden, die man weder kennt, oder die noch nie etwas Gutes für einen selbst getan haben. Warum also sollte ich zu diesen Menschen aufschauen?

Was hat das ganze jetzt mit mir zu tun, oder mit Büchern oder mit dem was ich so anstelle? Sehr viel, denn gerade im Bereich der Selbstpublizierenden Autoren ist diese Entwicklung ganz deutlich. Da gibt es die Macher, die, die angeblich alles können, und solche, die immer klein gehalten werden. Gerade jetzt schießen Ratgeber, wie man schnell reich, schnell berühmt und schnell erfolgreich wird, wie Pilze aus dem Boden, und eine Schar von Gläubigen rennt diesen Menschen hinterher. Ehrlich es mutet wirklich so an. Stimmt nicht? Doch! Es stimmt, denn wenn mich schon die Menschen aus meiner Umgebung darauf aufmerksam machen, Menschen die nicht in der Materie drin sind, dann stimmt das! Und es warnt mich auch, zeigt mir, dass es sehr wichtig ist, eine gesunde Distanz zu wahren zu diesen Dingen. So schaue ich mir alles nur an, ziehe meine Schlüsse daraus, und gehe meinen Weg weiter. Es ist ein Weg, der bestimmt ist, von meinen eigenen Erfahrungen, von meinen eigenen Entscheidungen, und was ganz wichtig ist, und was leider viele Menschen unterschätzen, von dem was ich aus Gesprächen mit anderen für mich nutzen kann. Das was ich im Moment an Fanatismus erlebe werde ich getrost an mir vorbeiziehen lassen, ich habe keine Lust mehr mitzuspielen, das habe ich übrigens noch nie getan und warum sollte ich es jetzt ändern.

Ich finde die Möglichkeiten, die das Internet bietet phantastisch, aber man muss sich immer der anderen Seite bewusst sein. Das Internet kann die Menschen einsam machen, es sei denn man steuert dagegen und gibt den Menschen, die hinter den PCs sitzen ein Gesicht, und lässt etwas mehr Nähe zu. Das setzt aber Gesprächsbereitschaft und nicht Anhängerschaft für eine bestimmte Sache voraus.

Mir geht es jetzt wieder richtig gut, nachdem ich diese Distanz geschaffen habe, nicht mehr alles glaube was ich an Zahlen oder Ereignissen lese. Für mich sind ganz andere Dinge wichtig geworden, die den angeblich großen im Netz immer verborgen bleiben werden. Diese Dinge heißen, Menschlichkeit, Gesprächsbereitschaft, Spaß an der Sache und nicht zuletzt Humor. Diese Dinge braucht man, da man sonst verbissen wird. Und das kann ich in meinem Leben nicht gebrauchen. Es ist wichtig das man offen für anderes bleibt, Dinge lernt, und auch besser wird, aber man sollte sich niemals über andere erheben, denn jeder hat seine Fähigkeiten.

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