Beeindruckt? – Nur weil es im Netz steht?

Ich sitze hier mal wieder staunend. Und schaue mir teils fassungslos, teils amüsiert die Welt an. Welche Welt? Ja die Internet – Welt. So langsam nimmt es Formen an, die einen Menschen, der viele Dinge kritisch hinterfragt doch etwas aufhorchen lassen.

Bin ich die einzige auf der großen schönen Welt, die sich wirklich diese Fragen stellt?

Und an dieser Stelle kann ich gleich nahtlos weiterschreiben, denn dieser Beitrag sollte eigentlich am 25 Januar in meinem Blog erscheinen, und wie so oft, kam mir etwas dazwischen, aber dieses Thema hat für mich immer noch nichts an Aktualität verloren.

Das ich weder als Autorin beachtet oder wahrgenommen werde, ist mir ja nichts Neues und es bringt mich mittlerweile eher zum Schmunzeln, als das es mich aufregen würde, denn, es kommt von Leuten, die den ganzen Tag nichts anderes im Kopf haben, als sich selbst. Und genau darum geht es.

Zu Anfang habe ich zu solchen Leuten aufgeschaut, klar, wenn man neu bei einer Sache ist, sucht man erst einmal nach Anhaltspunkten. Man braucht Orientierung, zumindest habe ich das immer gedacht. Mittlerweile bin ich wirklich ernüchtert.

Mich erstaunt der Einfallsreichtum, und die Vielfalt der Federn mit denen sich so mancher schmückt. Frei nach dem Motto: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr! Da gibt es z.B. Zeitgenossen die prahlen damit bei einem großen Verlag zu arbeiten und ihre Bücher auch dort veröffentlicht zu haben und schaut man dann mal dahinter, sind sie auch nicht besser dran als ich, oder jemand erzählt mir welch einen tollen Beruf er denn hat, und dann erfährt man von anderer Seite, das es sich ganz anders verhält. Es wird also nicht nur bei den Promis geschönt und aufgepeppt. Aber ist das wirklich der Sinn der Sache? Sollte man nicht vielmehr die Energie, die man zur Aufrechterhaltung einer falschen Wahrheit aufbringt in andere Dinge stecken?

Fordert unsere Gesellschaft es aber nicht gerade heraus, setzt sie die Menschen dermaßen unter Druck, dass sie meinen so handeln zu müssen? Es sieht fast so aus, denn viele gehen ja nach dem, was ein Mensch in der Gesellschaft darstellt. Ob er dann wirklich auch im menschlichen Bereich etwas drauf hat, ist egal, die Hauptsache ist doch, dass ich sagen kann, ich bin mit der oder der bekannt, die ist ja eine anerkannte Autorin, Schauspielerin, Journalistin usw…..

Erschrocken bin ich auch mittlerweile darüber, dass Menschen an „sozialen“ Kontakten im Internet gemessen werden. Wenn das die Zukunft ist, dann ist das für mich eine sehr traurige Entwicklung. Wenn nur noch der Rang der Status wichtig ist, und alles andere auf der Strecke bleibt, frage ich mich, wo das wirklich noch hinführen soll? Da bekommt das Wort soziale Kontakte eine ganz andere Bedeutung.

All das hat natürlich eine unmittelbare Bedeutung für die Gesellschaft, außerhalb des Internets. Wobei ich immer der Meinung bin, das das Internet die Gesellschaft 1:1 widerspiegelt. Alles wird unpersönlicher, so auch im Netz. Es ist nicht mehr wichtig miteinander zu kommunizieren, sondern damit zu prahlen, was man nicht ist, sich eine tolle Identität aufzubauen. Nur ist es sehr schwer diese über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten.

Was könnte man denn anders machen? Man könnte sich z.B. überlegen, dass es nicht wichtig ist, was man darstellt, sondern es viel wichtiger ist, wie man auf andere wirkt. Jeder beklagt sich z.B. darüber, dass es kaum noch Freundschaften gibt, aber wer ist denn schon bereit so viel von sich abzugeben, und da zu sein, wenn es dem anderen mal schlecht geht. Da gibt es nicht viele. Klar es ist schnell gesagt, der oder der ist mein Freund, aber wenn es darauf ankommt, wo sind dann die Freunde?

Wer all zu sehr damit beschäftigt ist, sich mit tollem Beruf und weißer Weste darzustellen, sollte vielleicht wieder einmal lernen, über seinen Tellerrand zu schauen, denn dann bekommt er von der wirklichen Welt ein Stück mit, vor allem von seiner Vielfalt. Man kann sicherlich von anderen lernen, und gegenseitig voneinander profitieren. Aber nur dann, wenn diese Profilierungssucht ein Ende nimmt. Es geht mir wie gesagt nicht um die Menschen, die viel erreicht haben, sondern um die, die noch nicht viel erreicht haben, und sich trotzdem unaufhörlich ins Rampenlicht stellen und andere für dumm verkaufen wollen. Wer genau hinschaut durchschaut solche Menschen recht schnell, und wendet sich an die, die einen weiterbringen, nicht, indem sie einem bebauchpinseln, sondern indem sie in echte Kommunikation treten.

In diesem Sinne hoffe ich einfach mal, das es noch andere Idealisten wie mich gibt. Ich jedenfalls schaue mir mittlerweile die Leute etwas genauer an, und ich bin froh, wirkliche Freunde zu haben, die mich nicht nach Sternchen beurteilen, sondern nach dem was ich bin und wie ich bin. Und das ermutigt mich bei allem, was ich tue!

 

 

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