Ela und der Nymphensittich oder, warum es so schwer ist ein Hörbuch zu machen!

Ela läuft  in ihrem Zimmer auf und ab, sie dreht eine Runde nach der anderen, dann hält sie sich verzweifelt die Ohren zu, nachdem sie schon alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, ist dies die allerletzte, aber auch sie hilft nur bedingt. Sie hört zwar jetzt nicht mehr, was um sie herum schreit und bellt, aber sie hört auch ihre eigene Stimme nicht. Und die muss sie hören, sonst kann sie ihr Vorhaben nicht in die Tat umsetzen.

Wie schön war es, als sie damals für andere Menschen Bücher aufgelesen hat. Da gab es noch kein Pelz- oder Federgetier in ihrem Leben. Aber jetzt, wo sie ihr eigenes Buch auch hörbar machen möchte, klappt das nicht mehr, denn immer, wenn sie guter Dinge ist, stürmt entweder ein weißer Wirbelwind bellend durch die Wohnung oder der Nymphensittich, (der übrigens der einzige Überlebende aus einem Vierergespann ist, und uns scheinbar alle überleben wird), mal wieder seine fünf Minuten hat, und brüllt, was das Zeug hält. Nein er zwitschert nicht er schreit!

Nun ist guter Rat teuer, Ela könnte sich natürlich eine schalldichte Kabine bauen, aber dazu hat sie weder den Platz, noch Zeit und Lust so etwas aufzubauen. Im Keller ist die Akustik nicht gut, und es ist dunkel und stickig. Nein das kommt so ganz und gar nicht in Frage. So entschließt sie sich Nachts zu arbeiten. Es fällt ihr sichtlich schwer, vor allem hat sie Angst plötzlich das Tageslicht zu scheuen oder gar zum Vampir zu werden.

Dann endeckt sie für sich die Rauschunterdrückung ihres tollen Aufnahmeprogramms, aber Pustekuchen, diesen Vogel kann man nirgendwo rausfiltern! Völlig unmöglich. So bleibt doch die Nacht ihr Freund, und sie beschließt streng mit sich zu sein, und ein oder zwei Stunden in der zwitscher- und bell-freien Zeit zu genießen. Ihre Ohren danken es ihr und ihre Nerven auch.

Ela hat sich endlich aufgerafft und ist hochkonzentriert, plötzlich macht ihr der Lüfter ihres PC’s einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Aber zum Glück kann man dieses Geräusch wirklich herausfiltern. Erleichtert atmet sie auf und macht sich Nacht für Nacht an die Arbeit.

Zum Glück ist sie nicht zum Vampir mutiert. Das Frühstück schmeckt ihr wie eh und je, und sie genießt die Zeit in der Sonne! Aber neuerdings mag sie auch die Nacht sehr gerne, denn da ist alles so wunderbar still und sogar der Nymphensittich schläft – oh Wunder!

 

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