Es ist noch nicht so wie es sein sollte, aber es ist auf einem guten Weg!

Einige Dinge beschäftigen mich nur am Rande, und bei manchen Dingen kommt man nicht drum herum sich mit ihnen zu beschäftigen.

Bei mir war es gestern wieder soweit, es war allgemeiner Internet-Foren Stöbertag angesagt. Ich nehme mir einmal in der Woche Zeit für andere Webseiten, Blogs, die ich interessant finde, und schaue auch in Foren und Gruppen rein. Ab und zu sage ich zu dem ein oder anderen Thema mal etwas, aber mir ist die Lust mehr oder weniger vergangen, weil es dort eh nur nach Sympathie geht, zumindest in den meisten Gruppen. Allerdings geht es mir heute um etwas anderes. Ich schaue gerne dort nach, wo der Leser ist, und nicht nur in Autorengruppen, denn das bringt mich nicht immer weiter. Zumindest bekomme ich dann nichts von der Meinung des Lesers mit.

Mir geht es natürlich um das Thema Self-Publishing und Indie Autoren. Zumal ich mich auch dazu zählen kann. Interessanterweise liegen zwischen den Sichtweisen einiger Indie Autoren und dem Leser Welten dazwischen. Ich frage mich, ob es an der unterschiedlichen Wahrnehmung liegt, oder an dem Wunsch, das es wirklich so toll ist, wie es immer dargestellt wird.

Es ist schon interessant, wenn ich beispielsweise sinngemäß lese: Um Gottes Willen, lasst nicht zu, dass die eBooks den Markt erobern, wir wollen immer noch ein gedrucktes Buch in den Händen halten…. wegen dem Geruch, versteht sich. Oder: Ich lese keine Bücher von Indie Autoren, weil sie sowieso nur von Fehlern strotzen und weil sie schlecht sind.

Ich behaupte mal: Selbst wenn ein Buch von einem Indie Autoren Fehlerfrei wäre, (was es im übrigen nicht gibt, weil selbst Verlagsbücher nicht völlig fehlerfrei sind), stünde trotzdem diese Meinung im Raum. Indie Autoren werden schon deshalb angeprangert, weil sie sich etwas trauen, was man eigentlich nicht macht. Sie verlassen den Weg, und gehen einen anderen, nämlich den, ohne Verlag. Und das ist schon in den Augen vieler Menschen ein Fehlverhalten, weil man eben sein Manuskript in Papierform zu einem Verlag schickt. Selbst wenn man dann 30 oder 40 Verlage angeschrieben hat, ohne Erfolg, (nicht weil man schlecht ist, sondern weil ein Verlag unglaublich viele Anfragen bekommen, die kaum zu bewältigen sind), kann man sich wenigstens noch damit brüsten, das man es getan hat!

Viele kommen gar nicht auf den Gedanken, das es Menschen geben könnte, die einfach einen anderen Weg gehen wollen. Abseits der Wege, die ausgetreten sind. Und manche Menschen reagieren richtig bösartig auf Selfpublisher. So ist es mir in einem Forum passiert, das sich ein Teilnehmer fürchterlich darüber aufgeregt hat, wie sich „normale“ Menschen bloß anmaßen können sich als Autor zu bezeichnen und ihre Werke zu veröffentlichen. Bei meiner Nachfrage kam heraus, das der betreffende Forumsteilnehmer selbst ein 500 Seiten starkes Manuskript in der Schublade hatte, sich aber nicht traute, es zu veröffentlichen.

Jetzt frage ich mich, warum sind dann wir Indie Autoren für den Frust der anderen verantwortlich? Ich jedenfalls bin nicht der Meinung das ich dafür herhalten muss, nur weil andere nicht klar kommen oder sich nicht trauen. Ich finde diese Möglichkeiten wirklich gut, und ich bin froh, das sich der Markt etwas lockert. Vielleicht schaffen es die Verlage mal ihre starre Steinzeitmentalität zugunsten von mehr Offenheit, abzulegen. Wäre sehr wünschenswert. Denn ob das, was in den Bestsellerlisten immer so steht wirklich das ist, was die Leser wollen, bleibt dahingestellt.

Das Problem was Indie Autoren allerdings haben, ist nach wie vor, wie sie sich präsentieren. Es gibt leider immer noch einige, die sich ständig in den Vordergrund drücken müssen. Schade eigentlich, denn wir sitzen alle im selben Boot. Der eine hat vielleicht mehr Glück als der andere, der nächste hat mehr Zuspruch durch Freunde und Bekannte, der nächste ist in einer Gruppe mehr anerkannt als wieder ein anderer. All diese Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Auch wenn mir manch einer etwas anderes weis machen will, so bleibe ich dennoch bei meiner Meinung. Solange es keinen wirklichen Zusammenschluss von Indie Autoren gibt, werden wir sicherlich auch nicht so ernst genommen, wie wir es uns wünschen. Denn nur so kann man Dinge erreichen und weiterkommen. Dabei geht es allerdings nicht darum das eine Führungsperson alles im Alleingang durchzieht und seine persönlichen Vorlieben durchboxen will, sondern darum das gemeinschaftlich etwas erreicht werden soll. Diesen Traum habe ich, aber solange keine wirklichen Gespräche und Erfahrungsaustausch stattfinden, sondern nur ein: „Ach guckt mal alle her, wie toll ich doch bin“ wird das ganze im Sande verlaufen.

Erfahrungsaustausch bedeutet für mich, das für und wider einer Sache abzuwägen und gute Wege zu finden. Das geht aber  nur, wenn die Dinge nicht schön geredet werden, so wie es leider immer noch ist. Denn es ist noch nicht so, wie es sein sollte, aber es ist auf einem guten Weg, den es sich zu gehen lohnt. Allerdings ohne diese immer noch vorherrschende Hackordnung.

Auf jeden Fall werde ich weitermachen, denn ich habe noch viel vor. Vielleicht geht ja doch eines Tages mein Traum in Erfüllung, und es melden sich  Menschen, die an einem wirklichen Erfahrungsaustausch interessiert sind, und die einen nicht nur in ihren Listen haben, um ihre Werbung besser anbringen zu können. Denn eines fehlt, die Gesprächsbereitschaft. Ich merke das immer wieder, wenn man versucht Gespräche anzufangen, es bleibt an der Oberfläche und ebbt dann zwangsläufig ab, denn man braucht Ausdauer für so etwas und das haben viele in unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s