Da ist Musik drin – oder von Misstönen und dem harmonischen Zusammenspiel

Was hat schreiben mit Musik zu tun? Darüber habe ich früher nie nachgedacht, aber seit einigen Tagen geht mir ein Erlebnis nicht mehr aus dem Sinn.

Am Geburtstag meines Mannes, der wie immer wunderschön, lustig und laut war ergab es sich, das zwei musizierfreudige Familienmitglieder plötzlich und ganz spontan musizierten, ohne jemals miteinander geübt zu haben. Was mich sehr beeindruckt hat ist, dass es nicht lange dauerte, bis sich beide aufeinander eingestimmt hatten. Und das ist nicht das erste Mal, das ich das gerade bei Musikern erlebe. Es ist gerade diese Spontanität, die mich fasziniert. Manchmal denke ich, warum klappt das eigentlich nicht auch bei Menschen, die gerne schreiben oder auch in anderen Lebensbereichen, wie z.B. in sozialen Netzwerken oder Gruppen aber auch in Gesprächen von Mensch zu Mensch.   Oftmals leben die Menschen nur noch nebeneinander her, ohne auf den anderen zu achten oder auf das, was er tut, sagt, und was er bewerkstelligt.

Immer wieder stelle ich fest, das zwar viel über soziale Netzwerke oder auch Gruppenzusammenhalt geredet wird, er allerdings niemals wirklich stattfindet. Gerade im Bereich des Schreibens beobachte ich es immer wieder, das jeder nur sein Werk vorstellen will, das dann natürlich möglichst viele Menschen sehen und toll finden sollen. Bei all dieser Werbung kommen Gespräche und der Austausch untereinander natürlich viel zu kurz. Ich beobachte vermehrt, dass ein unheimlicher  Druck ausgeübt wird, bezüglich Werbung und Präsentation der eigenen Bücher, Blogs oder auch Seiten.  Warum beispielweise werfen einen Menschen aus Kontraktlisten, nur weil man nicht das macht, was alle machen? Nämlich immer wiederkehrende Werbung? Ich verstehe es nicht ganz, muss ich aber auch nicht nachvollziehen können.

Allerdings ist eines gewiss, man kann von Musikern lernen. Stellt euch mal vor, jeder würde alleine für sich spielen oder auch singen.  Wie würde das klingen? Ich glaube niemand, der zuhören würde, hielt es lange in einem Raum mit ihnen aus.

Man kann dieses Bild aber auch auf andere Lebensbereiche anwenden. Heute ist es so, das sich jeder präsentieren will. Jeder will zeigen, hier ich kann es am besten. Als stiller Beobachter raucht einem dann vor allem in sozialen Netzwerken sehr oft der Kopf. Man wird täglich mit Werbelinks überschüttet. Nachrichten, die man dem anderen schreibt, werden oft geflissentlich übersehen. Aber bitteschön, wie soll man sich kennenlernen, sich austauschen? Oft ist es gerade in sozialen Netzwerken oder auch Gruppen so, als würden alle auf einmal reden und keiner etwas verstehen, was zwangsläufig der Fall ist, weil man aus diesem Stimmengewirr nichts herausgefiltert werden kann.  Oder auf die Werbung bezogen, vor lauter Links sieht man die eigentlichen Diskussionen nicht, die ab und an glücklicherweise auch mal entstehen.

Ich glaube wir Menschen sind alle so gestrickt, trotzdem ist es gerade in unserer heutigen Zeit ganz wichtig, inne zu halten und zu sehen, was machen die Menschen um mich herum. Kann ich von ihnen lernen, profitieren oder bringen sie mich weiter. Das ist dann besonders wichtig, wenn Menschen das gleiche Interesse miteinander teilen. Merkwürdigerweise funktioniert es bei Musikern besser. Sicherlich gibt es auch dort Menschen, die verbissen sind und nur sich selbst sehen, aber spätestens dann, wenn Menschen gemeinsam Musik machen, springt ein Funke über, der einen mitreißt. Und das habe ich nicht nur an dem Geburtstag erlebt, sondern des öfters.

Vielleicht sollte man dieses Gefühl, diesen Funken mit in sein Leben nehmen und daraus lernen, einfach mal zuzuhören und die Dinge auf sich wirken zu lassen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes und harmonisches Wochenende. Dass ihr hoffentlich genießen könnt. Ich jedenfalls freue mich darauf, trotz des miesen Wetters da draußen.

 

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