Wenn aus Gedanken Geschichten werden

 

Nun wird es endlich wieder einmal Zeit, dass ich hier wieder etwas schreibe.

Die letzten Wochen waren hier eher turbulent und ich komme jetzt endlich zur Ruhe. Neben all den Alltagsdingen schwirren mir immer wieder neue Ideen im Kopf herum, und am liebsten würde ich sie alle sofort in die Tat umsetzen. Aber leider geht nur immer eins nach dem anderen und das ist auch gut so, weil man sonst den Blick für wichtige Dinge und liebe Menschen die einen begleiten, verliert.

In meinem heutigen Artikel geht es um das Schreiben von Geschichten oder Büchern. Dabei soll dies kein Ratgeber sein. Vielmehr möchte ich aufzeigen, wie ich Gedanken, Träume und Ideen zu Geschichten werden lasse. Jeder der schreibt hat sicherlich eine andere Art und ich glaube das es dafür auch kein Patentrezept gibt.

Träume – Orte – die Idee

Als ich vor drei Jahren mein erstes Buch zu schreiben begann, ließ ich mich eher von meinen Gefühlen und Empfindungen leiten. Die Geschichte, die ich damals begann (Das verschollene Tor, heute Almirya – Das verborgene Land) war zunächst an einen Ort geknüpft. Bei uns gibt es einen kleinen Park, der eigentlich der Auslöser für diese Geschichte war. Es ist nichts Besonderes an diesem Ort, für mich aber ist und bleibt dieser Ort etwas Besonderes. Die Personen, die in meiner Geschichte vorkamen, klopften einfach an meine Tür, so würde ich es beschreiben, wenn ich daran zurück denke. Nach und nach entwickelte sich eine Geschichte daraus und ich kann heute sagen, dass ich Almirya 1 aus dem Bauch heraus geschrieben habe. Wahrscheinlich macht man es zu Anfang immer so. Die Anzahl der Charaktere war in Band 1 noch recht überschaubar. In Band 2 jedoch konnte ich nicht mehr einfach nur schreiben, denn es kamen mehr Charaktere und vor allem Orte hinzu. Ich muss sagen, dass ich mich in Band 1 davor gescheut habe, eine Fantasiewelt zu erschaffen, das hatte aber einen Grund.

Reale Orte und Fantasiewelten

Wenn ich heute noch einmal ganz von vorne anfangen könnte, würde ich sicherlich vieles anders machen. Aber im ersten Almirya Band gab es für mich zunächst einmal nur die reale Welt, in die die Fremden plötzlich herein geraten sind. Die Fantasie-Welt spielt zunächst noch keine Rolle, obwohl immer wieder von ihr erzählt wird, wird sie erst im zweiten Band greifbarer. Erst da habe ich näher über diese Welt nachgedacht, wie sie aussehen könnte, welche Wesen dort leben, und wie die Welten miteinander zusammen hängen. Heute ist mir klar, wie wichtig es ist, ein Stück weit die Charaktere, ihre Erlebnisse und ihre Welten in den Alltag mit einzubeziehen. Erst dann kommen wieder neue Ideen. Diese Erfahrung habe ich gemacht. Andere Menschen erfinden ihre Fantastischen Welten sofort, bei mir entstanden Almirya und Das Land der weißen Quellen erst nach und nach vor meinem inneren Auge. Oft dadurch, das ich an bestimmten Orten war oder mir beispielsweise Urlaubsbilder angeschaut habe, die dann als Vorlage dienten. So ist es auch mit den Charakteren, denn sie werden nur dadurch lebendig, dass sie ihre eigene Geschichte bekommen.

Genau wie wir haben Charaktere ihre eigene  Geschichte

Und meine teilweise auch reale Personen als Grundlage. So finde ich es beispielsweise immer sehr amüsant, wenn sich Liebhaber von Fantasy und Krimi Liebhaber austauschen. Da fallen oft Sätze wie: Im Krimi ist wenigstens alles realistisch, so spielt manchmal dass Leben. Fantasy ist nur Träumerei und wenig greifbar. Daraus entstanden beispielsweise Isa und Alex, die so vollkommen gegensätzlich sind. Diese Beispiele könnte ich noch unendlich fortsetzen, aber ich denke für einen kleinen Einblick ist das schon ausreichend.

Aber zurück zu den Geschichten, die jeder Charakter haben sollte, vielleicht nicht jeder Nebencharakter, aber die wichtigsten schon Der Leser sollte erfahren wie sie denken und fühlen, woher sie stammen,  wie ihr Leben bisher ablief. Das gilt sowohl für realistische Wesen als auch für Fantasiegestalten. Allerdings ist es auch mit das schwerste beim Schreiben.

Wie gehe ich also vor?

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, dass ich neben dem Text, den ich schreibe, noch weitere Dokumente angelegt habe. Bei Almirya Gibt es zwei Dokumente. Eines  mit Personen, Orten und den verschiedenen Dingen, die im Buch vorkommen, wie z.B. die Lebenssteine. Denn sie sind ja verschieden, haben unterschiedliche Bedeutungen und sind jeder Figur, die einen besitzt individuell zugeordnet. Das weite Dokument beinhaltet die Geschichte vom Land der weißen Quellen, und von Almirya. Für mich ist das ganz wichtig, damit man beim Schreiben nicht durcheinander kommt. Wenn ich mir nicht mehr sicher bin, wie etwas genau war, schaue ich dort nach.

Geschichte oder Buch welche Unterschiede gibt es beim Schreiben?

Ein Unterschied fällt sofort ins Auge – eine Kurzgeschichte ist recht überschaubar, man verliert nicht so schnell den Überblick. Bei einem Buch oder einem Mehrteiler kann dies schon einmal passieren, dann hat ein Charakter, der zuerst blaue Augen hat, plötzlich braune Augen, eine Tochter wird zum Sohn und es tauchen auf Einmal Personen auf, die eigentlich woanders sein müssten. (darum lege ich auch die Dokumente an)

Das schwierige an einer Kurzgeschichte hingegen ist, alles unter einen Hut zu bekommen (Personen, Umgebung, Handlung, Spannung), und das auf wenigen Seiten.

Dennoch bin ich froh, dass ich beide Erfahrungen machen konnte. In der Weihnachts-Wunschfee beispielsweise gibt es 8 Kurzgeschichten, und obwohl ihnen sehr oft ein Erlebnis oder ein Gedanke, den ich mir über ein bestimmtes Thema gemacht habe, zugrunde liegt, so war es nicht immer einfach, diese Geschichten zu schreiben. Aber es hat mir großen Spaß gemacht.

Schreiben macht Spaß, man braucht aber auch eine Menge Disziplin

Wer sich ernsthaft mit dem Schreiben befasst, merkt schnell, dass sich bereits eine Geschichte nicht mal eben schnell aufschreiben lässt. Bei einem Buch ist es noch extremer. Man braucht eine Menge Ausdauer und oft möchte man aufgeben (so ging es mir), aber hinterher, wenn die Geschichte oder auch das Buch fertig sind, ist man froh und stolz. Manchmal gibt es aber auch Momente, in denen man nicht mehr weiter kommt. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es dann besser ist, die Arbeit beiseite zu legen, und etwas zu tun, was gar nichts mit dem Schreiben zu tun hat. Dann kommen die Einfälle von ganz alleine. Denn wenn man verbissen an die Dinge heran geht, geht die Freude verloren und damit auch die Fantasie, die man für jede Art von Geschichte braucht.

Vielleicht konnte ich dem ein oder anderen einen kleinen Einblick in meine Art zu schreiben geben. Jeder muss seinen Weg finden, wie er am besten vorgeht, das gilt sowohl für eine Kurzgeschichte als auch für ein Buch oder einen Mehrteiler.

Eines ist für mich allerdings mittlerweile besonders wichtig, das es nur in kleinen Schritten voran geht, das ich es nicht allen Lesern recht machen kann, sprich, manchen gefällt was ich schreibe, anderen wieder nicht und – das man am Ball bleiben muss und nicht aufgeben darf, egal wie steinig der Weg ist.

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