Und darum liebe ich diese Zeit

Wenn ich mich so umschaue, so fällt mir auf, wie sehr gerade die Weihnachtszeit von Stress und Hektik geprägt ist. Das geht oft so weit, das manche Menschen der Weihnachtszeit so gar nicht s abgewinnen können, sie diese Zeit sogar hassen, weil sie von einem Termin zum anderen hetzen. So manch einer hat einfach die Nase voll von diesem Rummel, und dennoch ist es in jedem Jahr immer wieder dasselbe.

Ich frage mich oft, ob wir uns diesen Stress, diese Hektik nicht selbst machen, weil wir meinen das gerade in dieser Zeit alles perfekt sein muss. Es fängt bereits damit an, das alles fein sauber sein muss und man möglichst vom Fußboden essen können sollte, das Besuche bei den Verwandten zum Pflichtprogramm gehören, auch wenn man so gar keine Lust dazu hat, und , dass gerade in dieser Zeit alles harmonisch und friedlich sein sollte, selbst, wenn es keine solche Harmonie gibt. Das führt natürlich unweigerlich dazu, das manchen Menschen dieser  Zeit so gar nichts abgewinnen können.

Ehrlich gesagt bin ich auch nicht der Mensch, der die Wohnung mit weihnachtlichen Dingen voll stopft, die dann sowieso nach vier Wochen wieder fort müssen, weil das Leben und auch die Zeit weiter geht. Dennoch gibt es bei mir an jedem Fenster einen Lichterbogen und einen Stern, weil ich es einfach mag, wenn die Fenster erleuchtet sind, denn ganz ehrlich, wann hat man sonst die Möglichkeit für so etwas schönes? Im Sommer sicherlich nicht, denn da ist es abends nicht dunkel genug für solchen Lichterglanz. Dann gibt es noch einen Adventskranz, der allerdings mit künstlichen Kerzen bestückt ist, denn ein Zimmerbrand hat uns tatsächlich gereicht, und ich konnte damals schlimmeres verhindern. Das heißt, Sammy war der Held des Tages, und seitdem ist offenes Feuer, sprich Kerzen nur bedingt bei uns möglich. Aber abgesehen davon haben mich die Tannennadeln genervt, und es ist schon anstrengend, wenn man stets auf den Kranz achten muss, damit er auch ja nicht schon wieder Feuer fängt.

Ansonsten gibt es nichts weiter an weihnachtlichen Dingen hier. Außer vielleicht zwei Weihnachtssterne und meine winzige Nikolaussammlung. Einen Weihnachtsbaum gibt es bei uns schon lange nicht mehr, denn irgendwie tun mir manchmal die Bäume leid. Vielleicht liegt es aber auch daran, das ich oft an Felix den kleinen Tannenbaum denken muss, der dazu bestimmt war ein Weihnachtsbaum zu werden.

Wenn auch die Weihnachtszeit in meiner Kindheit nicht gerade von Harmonie geprägt war, denn dort gab es nur Stress und Hektik und es musste alles bis aufs Kleinste durchorganisiert sein, so ist diese Zeit heute etwas ganz Besonderes für mich. Gerade in der Weihnachtszeit kann ich mich  auf die Dinge in meinem Leben besinnen, die mir wichtig sind, nämlich meinen Mann, meine Tiere, meine Familie und meine Freunde, denn sie sind es, die das Leben erst wunderschön machen.

Ein kritischere Mensch würde sagen: „Aber das kannst du doch auch das ganze Jahr tun?“  und ich würde antworten: „Ja sicher, das mache ich auch, ich denke jeden Moment an all das, was mir durch das Jahr hindurch widerfahren und begegnet ist, und dennoch mag ich gerade eben die Weihnachtszeit, um noch einmal in mich zu gehen, still zu werden und über vieles nachzudenken.“

Es ist ganz wichtig, zumindest für mich einen Ruhepunkt zu finden, wenn das Jahr zu Ende geht. Warum es gerade die Advents und Weihnachtszeit ist, kann ich sogar erklären, denn auch, wenn ich kein religiöser Mensch bin, so begleitet mich ein bestimmtes Gefühl durch diese Zeit. Mit einem Mal wird meine kindliche Neugier wieder wach und alles erscheint eine Spur geheimnisvoller als sonst. Vielleicht ist es ja das Kind in mir, das sich immer wieder auf Weihnachten freut, auch, wenn ich weiß, was ich für ein Geschenk bekomme oder was mich an diesen Tagen erwartet.

Wie jeder diese Zeit verbringt, bleibt ihm selbst überlassen, während der eine mit seinen Enkelkindern Plätzchen backt, sitzt der nächste bei Kerzenschein. Wieder ein anderer Mensch klammert Weihnachten total aus seinem Leben aus, weil er genug davon in seiner Kindheit erlebt hat. Und ehrlich gesagt finde ich so etwas immer schade, dennoch muss ich auch diese Lebensweise akzeptieren, wenn ich es mir auch nicht vorstellen kann, Weihnachten und das Weihnachtsgefühl völlig aus meinem Leben zu streichen, denn dann würde mir etwas fehlen.

Was ich an dieser Zeit so gar nicht mag, ist, wenn bereits im September Weihnachtsdeko und Weihnachtsplätzchen und Süßigkeiten in den Läden angeboten werden. Auch kann ich das ewige  Gedudel der Weihnachtslieder nicht ab. Oft ist mir unsere Weihnachtsmusik zu traurig und zu getragen. Wenn die Häuser übertrieben geschmückt sind, wirkt dies auf mich sehr aufgesetzt. Ich mag es lieber dezent.

Besonders an Weihnachten mag ich die Fensterbeleuchtung, wenn sie nicht zu üppig ist, die Weihnachtsmärkte, vor allem, wenn sie klein und überschaubar sind. Außerdem liebe ich die gemütlichen Abende, den Kerzenschein und, was natürlich gerade zu Weihnachten nicht fehlen darf, sind die weihnachtlichen Geschichten. All diese Dinge erzeugen in mir dieses Weihnachtsgefühl, das ich einfach herrlich finde. Es ist eine Mischung aus Spannung und Vorfreude, dazu kommt die Gemütlichkeit und die Harmonie, die es in unserem Haus nicht nur zu Weihnachten gibt. All das zusammen macht für mich das Weihnachtsgefühl aus. Vielleicht hilft es, einfach mal inne zu halten, und diese Zeit auf sich wirken zu lassen. Wir haben seit vielen Jahren die Hektik abgeschafft! Klar, wir haben in den nächsten Tagen auch noch einige Termine aber dann genießen wir diese Zeit, verbringen den Heiligabend zu zweit und treffen uns an einem der Weihnachtstage mit der Verwandtschaft, aber wir gehen dann essen, so muss keiner in der Küche stehen und hat die ganze Arbeit.

Vielleicht ist das ja der Grund, warum ich diese Zeit so genieße und ihr etwas positives abgewinne.

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Eine Antwort zu “Und darum liebe ich diese Zeit

  1. Das ist wirklich schön geschrieben 🙂
    Weihnachten soll doch eine ruhige und friedliche Zeit sein, da ist auch für mich Hektik fehl am Platz.
    Meine Lieblingsweihnachtsdeko sind Kerzen, sie strahlen eine friedliche Ruhe aus. Das gefällt mir 🙂

    Lg tinkabeere

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