Die Schreibwelt Lese – Ecke

In den letzten Wochen war hier doch so einiges los, sodass ich viele Dinge hinten anstellen musste. So auch meine Lese-Ecke, in der ich normalerweise Texte aus meinen e-Books vorstelle, aber jetzt habe ich doch ein wenig Zeit, sodass es hier wieder losgehen kann.

Wenn man eine Geschichte schreibt, so gibt es immer Textpassagen, die einem am Herzen liegen, die leicht zu schreiben sind, während wieder andere eine Herausforderung darstellen. Manchmal können Textstellen aber auch beides sein,

Heute geht es um so eine Textstelle. Zu lesen ist sie in Almirya – Das verborgene Land 2 – Das schatten-Siegel. 

Eine große Herausforderung sind und waren Szenen, in denen Kämpfe stattfinden. Vielleicht liegt es daran, das ich ehere ein friedlicher Mensch bin. Wenn aber diese Kämpfe dann auch noch mit, sagen wir mal magischen Mitteln ablaufen, wird es doppelt schwierig, denn dabei konnte ich natürlich nicht  auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Genauso erging es mir, als ich das erste Mal in Gedanken das Schatten-Land betrat.

Die Vorstellung, das die Seele den Körper verlässt, und in ein Land reisen kann, in dem es keine feste Materie gibt, war für mich immer schon faszinierend. Aber auch hier konnte ich natürlich nur Vermutungen anstellen, wie es sich anfühlt, als körperloses Wesen in diesem grauen, nicht ungefährlichen Land umher zu gehen.

Also galt es, meine Fantasie spielen zu lassen. In dieser Szene geht es um den Kampf gegen den schwarzen Herrn, der das goldene Siegel im Laufe der Zeit verändert hat.  Zunächst gilt es das Siegel von seinem bösen Zwilling zu befreien, dazu müssen die fünf Gefährten  das Schatten-Siegel zerstören…

Leseprobe Almirya – Das verborgene Land 2 Das Schatten-Siegel Kap. 50 Das Schatten-Siegel

Lindo stand nun gedankenverloren mit den anderen in dem kleinen, quadratischen Zimmer. Er nahm kaum seine Umgebung wahr, so verstrickt war er in seine Trauer und die Erinnerung an vergangene Zeiten. So sah er das Siegel nicht, das nicht etwa auf einem Buch angebracht war, sondern wie eine riesige, ovale Wolke im Raum schwebte. Immer wieder veränderte sich das Muster, das diesem Gebilde inne wohnte. Mal war es glatt, mal kräuselte es sich und ab und an blickte ein bläulich schimmerndes, prüfendes Auge daraus hervor. Dann wieder war es ein Tor, hinter dem ein Weg sichtbar wurde, der sich im Nebel verlor.

Fasziniert standen sie alle davor und hätten fast vergessen, warum sie hier waren. Dann aber hielten sie kurz inne, um Kraft zu schöpfen und verteilten sich rund um das Siegel, das nun wieder wie eine ovale Scheibe aussah und sich unablässig drehte. Plötzlich wechselte seine Farbe von grau in ein tiefes Blau und Rauchschwaden stiegen aus der Mitte des Siegels hervor. Angstvoll wichen sie alle ein paar Schritte zurück! Denn nun stand eine riesenhafte Gestalt vor ihnen. Sie war in ein schwarzes, langes Gewand gehüllt und seine schwarzen Haare waren lang und wehten in einem leichten Wind, der den Raum erfasst hatte. Seine Augen hatten keine bestimmte Farbe, sie waren vielmehr wie Perlen, ohne Pupille und ohne Augenlid. Sein Gesicht war verzerrt und als er den Mund öffnete, schlug ihnen ein eisiger Hauch entgegen, der nach Tod und Fäulnis roch und die Angst zu ihnen brachte.

Eine kalte flüsternde Stimme schien sie in einer geheimnisvollen Sprache anzusprechen. Niemand verstand ein Wort, selbst Leamar nicht, der unter ihnen der älteste war. Dann besann er sich plötzlich und erkannte, dass diese Worte aus der alten Sprache von Almirya stammten, die niemals mehr gesprochen wurde und die längst vergessen war. Aber diese Sprache klang weder schön noch melodisch, wie es in den Büchern vermerkt war. Diese Sprache klang grausam und wurde hart und böse gesprochen. All die Wut des Mannes der unablässig auf die Gruppe einredete, schien darin zu liegen.

Von dem Siegel war nun weit und breit nichts mehr zu sehen und dennoch schien es allgegenwärtig zu sein. Plötzlich passte für Lindo alles zusammen und auch die anderen erkannten nun die Wirklichkeit. …

„Wir müssen nun all unsere Kräfte bündeln und in die Waagschale werfen, nur so können wir diesen bösen Geist bezwingen, denn dies ist zweifelsohne zwar der Geist des schwarzen Herrn, aber nicht der Herr selbst. Mit diesem Wissen werden wir es schaffen diesem Monster zu trotzen und unsere Welten wieder ins Licht zu führen.“ Deryls Worte, die er durch seine Gedanken übermittelte erreichten schnell jeden der kleinen Gruppe und bald verbanden sie die Kräfte, die ihnen noch inne wohnten zu einer gemeinsamen, die sich wie eine Kuppel über den gesamten Raum wölbte. Auch die schwarze Gestalt befand sich in ihrer Reichweite. Still und bedrohlich stand der Geist des schwarzen Herrn da. Er schien darüber nachzusinnen, was er nun als nächstes tun sollte. So hatte es für sie alle den Anschein. Dann aber kam Bewegung in den riesigen, schwarzen Körper des Mannes, und wie aus dem Nichts hielt er eine schwere Kette in seinen Händen, an dessen Ende ein riesenhafter Totenschädel befestigt war, der sie alle mit seinen leeren Augenhöhlen anzustarren schien und sein Grinsen verhöhnte sie alle. „Vorsicht!“, konnte Cendric gerade noch rufen, als der Schädel bereits auf Carmen zu sauste, die sich blitzschnell zur Seite warf. Cendric sprang an ihre Seite und hielt eine große Kugel in seinen Händen, aus der Blitze hervor schossen. So gut er konnte, schleuderte er sie dem schwarzen Herrn entgegen. Aber sie gingen glatt durch ihn hindurch und richtete bei ihm keinerlei Schaden an. „Versuche das nächste Mal den Schädel zu treffen, der unheilvoll an der Kette hängt, vielleicht hast du damit mehr Glück!“, rief Lindo, der mit gezücktem Schwert auf den riesenhaften Geist zusteuerte. Immer wieder hieb er auf ihn ein, aber zu ihrer aller Erstaunen zerteilte sich der Schatten des Geistes und setzte sich immer wieder neu zusammen. „Wie sollen wir es schaffen? Wir haben nicht die Kraft diesen uralten Geist zu besiegen! Wer weiß, welche Kräfte er über die Jahrtausende herauf beschworen hat!“ Leamar, der diese Worte gesprochen hatte, duckte sich plötzlich, denn abermals drehte der Totenschädel seine grausige Runde und drohte Leamar zu zermalmen, der es gerade noch schaffte unter der bedrohlichen Waffe hindurch zu tauchen und ebenfalls mit seinem Schwert ausholte, das blau flammend auf den Totenschädel hernieder sauste. Ein Raunen und Wehklagen erfüllte plötzlich den Raum und erfüllte sie alle mit Furcht und Mitleid. „Welch arme Seelen in ihm gebunden sind, vermag ich nicht zu sagen, aber ich weiß eines, wir dürfen kein Mitleid mit ihnen haben. Viel zu lange waren sie in dunkler Gefangenschaft um jemals wieder das Licht zu erblicken, “ murmelte Deryl, der von Wut gepackt wurde und immer wieder mit seinem Schwert auf den Schädel einschlug. Das Wehklagen wurde lauter und immer unerträglicher. „Nein!“, rief Carmen, die sich plötzlich dazwischen warf. …

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